Über Halligen

Faule Gärtnerin, Fotografin, Biotante, Vegetarierin, Teetrinkerin, Larperin, Hedonistin und Pixelschubserin

Tiergarten

von Reinhard Mey

Ich habe meinen Nussbaum, der so schöne Nüsse gibt.
Ich hab ihn eigentlich nur, weil mein Eichhörnchen ihn liebt,
Das flink und voller Grazie wirbelt in seinem Geäst
Und von der ganzen Ernte mir keine Nuss übrig lässt.

Ich habe meinen Efeu, damit meine Amsel drin
Ihr Nest bau’n kann und für mich singt. Wenn ich mal traurig bin,
Schwingt sie sich auf mit ihrem Lied hoch in den Tannenturm.
Ich habe meinen Apfelbaum für meinen Apfelwurm.

Ich pflege meinen Rasen
Für Maulwürfe und Hasen
Ich hege meine Hecken
Für Käfer und für Schnecken,
Es blühn meine Kamillen
Um meiner Grillen Willen.

Ich gieße meine Katzenminze, weil sich dann vielleicht
Die Katze freut, wenn sie bei Nacht durch meine Minze streicht.
Ich hätschle meinen Kirschbaum nur für einen Star, der dann
Die Kirschen frisst und Gute Nacht, Freunde nachpfeifen kann.

Die Blaumeise dribbelt den Maisenknödel um den Ast,
Die schwere Hummel macht in meiner Glockenblume Rast.
In meiner Pflaume lebt die Made sorglos in den Tag,
Fernab von allen Ängsten, was die Zukunft bringen mag.

Ich höre das Gras wachsen,
Ich hör die Dachse flachsen,
Ich hör die Knospe springen,
Ich hör das Würmchen singen.
Hör den Insektenreigen
Und die Zikaden geigen.

Es sieht in meinem Garten nicht wie Schöner Wohnen aus
Dafür sind alle Tiere drin willkommen und zu Haus.
Und alles singt, zirpt, piept im Chor für mich beim Gartenfest:
Wir lieben unsern Menschen, wir lieben unsern Menschen,
Klingt es aus Gräsern, Moos, und Laub, vom Dach und im Geäst,
Wir lieben unsern Menschen, wir lieben unsern Menschen,
Der uns in Frieden und in Saus und Braus hier leben lässt!

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Sonne im Juni

Die Sonne am Tag, Regen bei Nacht, gefühlt perfektes Gartenwetter seit Anfang Juni.
Der Garten war in keinem Jahr so üppig und es blühte so viel, wie in diesem.
Einfach ein paar Impressionen…. (weils so schön ist):

 

Wirklich viel tun muß ich zur Zeit nicht. Rasen mähen gegen Ameisenhügel, den Hokaido hochbinden (habe dafür eine hochkant stehende Palette an die Hochbeete gebaut) und Tomaten umtopfen und gießen.
Die ersten Früchte zeigen sich auch schon:

Und irgendwie kommen immer mehr kleine Tomaten nach… diese Biosorten sind unverwüstlich!

FB_Minitomaten

Also kann ich gepflegt die Beine hochlegen!

Und auf der Gartenbank frischen Minztee trinken!

Dann erstmal… bis neulich…!

Mai-Urlaubs-Zwischenzusammenfassung

Der Mai diesen Jahres präsentiert sich durchwachsen.

Da wir viel zu tun hatten, waren die ersten Regentage gar nicht schlimm, da das Gießen entfiel und man sich nicht schlecht fühlen musste, wenn man mal ein paar Tage am Stück hauptsächlich die Beine hochlegte.

Dann kamen auch schon die ersten sonnigen Tage und der Urlaub lässt sich bisher so zusammenfassen:

Die „Nutzpflanzen“ gedeihen prächtig im Hochbeet und auf ebenem Grund:

Das Wildblumenbeet ist buschig, die Tulpen und der Waldmeister blühen und der zwischendurch einsetzende Regen ist immer eine willkommene Gießhilfe:

Alles in allem ein wunderschöner blütenreicher Monat mit wechselhaftem Gartenwetter:

Ostern mal nichts im Garten tun. April, April.

Natürlich war ich über Ostern im Garten. Schließlich schien ja die Sonne. Zwischen den Hagel- und Regenschauern. Aber in langen und warmen Episoden.

Meine Hochbeete mit Erdbeeren und Salat mögen das Wetter, aber warten noch auf zusätzliche Pflanzen. Während die Erdbeeren schon groß genug sind, um dem Aprilwetter zu trotzen, haben die Salatpflänzchen ein Dach aus Polsterfolie bekommen.

Die essbaren Blüten und das Schmetterlingsbuffet (ein Geschenk vom Das.Sonnenkind) ziehe ich in kleinen Tontöpfen vor, in denen die Bionarzissen geliefert wurden, die alle nicht aufgeblüht sind, da die Knollen angetrocknet waren. Diese habe ich ausgetopft und hoffe, sie sammeln in meinen Beeten Kraft für den nächsten Frühling. Ebenfalls ein Geschenk aus dem Westen des Bundeslandes: eine abgeteilte Rhabarberwurzel, hat sich auch zum dreiblättrigen Rhabarber gemausert.

Das Wildblumenbeet gedeiht prächtig, die Pflanzen bekommen mehr Wasser, als im letzten Jahr, wo ich erst Anfang Mai ausgesäht habe. Das scheint ihnen zu gefallen:

Zwischendrin beibt immer wieder Zeit, kleine Eindrücke mit der Kamera festzuhalten. Zum Beispiel werden wir dieses Jahr viiiiiiiele gemeine Feuerwanzen haben….:
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Ich finde die sehr hübsch, auch wenn einige Gärtner sie trotz ihrer Unschädlichkeit wegen ihres massenhaften Auftretens als „Lästlinge“ beschreiben. Ich empfinde Menschen eher als solche…

Außerdem habe ich von der lieben Nachbarin im (unfairen) Tausch gegen Narzissenzwiebeln fünf Kirschbäumchen (einen großen, vier kleine), eine rote Johannisbeere, eine Brombeere und den Ableger eines Ranunkelstrauchs bekommen. Ich war also beschäftigt. Ob die vier kleinen Kischbäumchen angehen, ist fraglich, aber der große war schon gut verwurzelt und scheint sich am Licht wohlzufühlen (er wuchs unter einer riesigen Tanne):

Zwischendrin musste ich immer wieder ins Haus flitzen, weil eine graue Regenwand angerückt kam und alle neu gepflanzen Pflanzen schön brav durchwässete. Aber die Güsse waren nur von kurzer Dauer und die Sonne zauberte mit den Wassertropfen schöne Bilder fürs Blog:

Mit meinem Lieblingsblümchen verabschiede ich mich vom Osterwochenende und stürze mich in die letzten zwei Arbeitswochen vor dem ersehnten Maiurlaub…:

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Vergissmeinnicht!

Vorher-nacher

Wow.

Für ein Forum habe ich einen Fotovergleich von unserem Garten vorher (2012) und nachher (2017) gemacht und bis selbst jetzt etwas baff. Weil man Entwicklungen ja einfach nur schleichend mitbekommt, sind solche Rückblicke immer sehr erhellend.

Vor allem, wenn man denkt, daß man im Garten irgendwie nie richtig weiterkommt…:

2012:

Heute:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich sag mal: 😀

 

 

Ich will das jetzt nicht ausvertikutieren, aber….

… meine Kondition ist nur halbrasentauglich. Zum Glück ist auch nur der halbe Rasen voll Moos, bzw. mich stört das Moos nur auf dem halben Rasen. Wie auch immer: ich habe heute den halben Rasen gemäht, vertikutiert, gekalkt, gedüngt und neu eingesäht. Ich fühle mich toll.
Dazu habe ich die Hochbeete aufgefüllt, in diesem Zuge alle noch brauchbaren Tontöpfe geleert, das Wildblumenbeet gewässert und nach einem Riesenspaziergang (mit Leihhund) auch noch im Lädchen meines Vertrauens zur Belohnung zwei schöne kleine Kapkörbchenpflanzen gekauft. Ja ich werde heute gut schlafen.

Und zur Erbauung hier das Moos-Entfernungs-dokumentarische-Bild:

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Gute Nacht für heute. …zzzZZZ°°

Buddelsonntag mit Blümchenschau

Heute war Workout angesagt. Das Wildblumenbeet sollte dieses Jahr nicht nur zur Hälfte, sondern komplett mit bunten Schmetterlings- und Bienenblumen angesäht werden.
Da der März schon so warm ist, habe ich voll motiviert durch Sonne und Wind losgelegt.
Nach dem halben Beet war ich platt. 🙂

Aber der Wille war stark und die Grassoden dank dicker Blätterschicht, die ich ihnen im Herbst verpasst hatte, weich und noch ziemlich schwächlich. Nach kurzem Päuschen von der Gartenarbeit durch einen Plausch über Gartenarbeit mit der lieben Nachbarin habe ich das ganze Beet geschafft:

Eingesäht, einen Sack neue gute Gartenerde drauf gekippt und ordendlich gewässert. Check.

Danach reichte die Energie noch gerade dazu, die angestorbenen Pflanzenreste aus den Pflanzkübeln zu entfernen und die erdreste in das hintere Hochbeet zu kippen, dann war endgültig die Luft raus. Bin nix mehr gewohnt. Püh.

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Danach: nur noch Blümchengucken und sich freuen, daß so vieles von alleine wächst…

Frühlingsluft – Aufbruch in eine neue Gartensaison!

Während draußen schon die bekannten Frühblüher aus dem Boden schießen, habe ich meine Aktivität noch nicht massiv nach draußen verlegt, dazu waren die regenfreien Tage einfach viel zu dünn gesäht. Himmel, hat das im Februar geregnet! Wenn das mal Schnee gewesen wäre…!
Aber von einigen Beeten habe ich schon das schützende Laub entfernt und dem darunter aufkommenden Grün Luft und Licht gemacht.

Um das nützliche und interessante Grünzeug vom später unerwünschten und eher lästigen Gewächs besser und frühzeitiger unterscheiden zu können, habe ich mir literarische Hilfe geholt: „Wird das was, oder kann das weg?“ zeigt anhand von guten Beispielfotos, wie man Jungpflanzen schon als „Minis“ erkennt. So lernt man, wie sich die Bildung von zu viel Begleitflora vermeiden lässt, und man bekommt ein Auge für überraschende Entdeckungen im eigenen Garten. Denn viele Keinlinge tragen später wunderschöne Blüten, sind wertvoll für Boden und Tiere oder schmecken köstlich als Tee, Salat oder Gewürz.

Außerdem habe ich mir jetzt 8 Säcke von der feinen schwarzen Gartenerde eines Nachbarn bestellt, die mir im letzten Jahr die Kohlrabi- und Zucchinischwemme eingebracht hat.

Im März wird dann außerdem die Insekteninsel neu umgegraben und mit Bienenweide und Gründüngung von Bingenheimer Saatgut eingesäht.