Nur dem Einsamen offenbart sich die Heiligkeit wogender Felder, die durchglüht sind von purpurnem Mohne.

Ganz im Sinne von Hans Gaefgen (1894 – 1939) sieht sich mein Projekt „Klatschmohnsamensammelaktion 2013“:

Nach der Arbeit habe ich in den letzten Tagen am Wegesrand die trockenen Samenkapseln von wildem Klatschmohn gesammelt.

So sehen die aus:
Mohn01

Man muß sie vorsichtig abzupfen, denn in diesem trockenen Zustand rieseln die Samen ganz leicht aus den offenen Löchern heraus – am besten stülpt man eine Plastiktüte darüber.

Aus ca. 50 Samenkapseln konnte ich dann zu Hause diese Menge an Mohnsamen herausschütteln. Eine sehr meditative Aufgabe bei 30°C IN der Wohnung, kann ich sehr empfehlen:
Mohn02

Diese habe ich dann im hinteren Teil der Sahara des Gartens ausgesäht. Und zwar nach der bewährten Mohnblumen-Methode: einfach auf die Erde fallenlassen.
Nach meinem gewieften Plan sieht die Wiese nächstes Jahr dan zumindest hinten ungefähr so aus:
Mohn03

Ob das klappt? Schaut einfach in einem Jahr mal wieder vorbei.

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Sommerblüten

Fräulein Sonja hat vorgelegt, da kann ich natürlich nicht hintenan stehen :-). Hier blüht auch ganz viel und einiges ist verblüht bevor ich ein Foto gemacht habe, Mist. Aber der Reihe nach. Das kleine Rondell:

Sommerblumenbeet 2

Dort sollte ja eine bunte Blumenmischung rein, was trotz verzögerten Pflanzstarts irgendwie geklappt hat. Da ist zwar jetzt noch viel zu viel Boden zu sehen, aber das wird dieses Jahr auch nicht mehr viel anders werden. Nächstes Jahr gibts dort auf jeden Fall Rittersporne und auch wieder Tagetes und Dalien. Mal schauen, was sonst noch.

Das Steingartenbeet hatte ich ja letztens schon gezeigt. Aber weils so schön ist, hier noch eine Nahaufnahme vom Sternenmeer:

steingartenbeet 2

Das blaue Beet (Marke englische Rabatte):

Blaues Beet

Das sieht dieses Jahr gar nicht schön aus. Und auch nicht blau. Im Moment wird es von den purpurnen Lichtnelken dominiert, die ich sehr liebe, aber das sind mir eindeutig zu viele. Während der Regenzeit haben außerdem die Schnecken ziemlich zugeschlagen (und ich habe sie nicht daran gehindert) :-(. So sind meine liebsten Glockenblumen sehr in Mitleidenschaft gezogen worden und man muss die Blüten suchen. Auch der blau blühende Wiesen-Storchschnabel hatte nur einige wenige Blüten und war von wüchsigeren Verwandten halb überwachsen. Gestern Mittag habe ich dann einen kleinen gärtnerischen Anfall bekommen und die Hälfte der Nelken und einige Basken-Storchschnäbel gerodet (*hüstel*, sehr gärtnerisch, Pflanzen mitten in der Blütezeit zu entsorgen und unbepflanzten Boden zurückzulassen…) , um etwas Luft zu schaffen. Viele Bätter sind aufgrund des lange andauernden feuchten Wetters auch mit irgendwelchen Rußpilzen überzogen. Dabei habe ich noch eine total abgefressene Jakobsleiter (P. caeruleum) wiedergefunden (schnüff, Rettungsversuch läuft) und eine kränklich aussehende Katzenminze. Ziel fürs nächste Jahr: wieder mehr blaue Blüten und dringend Bodenverbesserung für mehr Pflanzengesundheit sowie ggf. Schneckenbekämpfung, grrr.

Im Moment am schönsten – das gelbe Beet (im Bauerngartenstil):

Gelbes Beet

Hier blühts im Moment üppig und vielfältig und entschädigt für andere Misserfolge. Margeriten, Färberkamille, Schnee-Felberich, Johanniskraut, Baldrian, Odermennig, Steinklee (urspr. mal als Gründungung eingesäht), Kapuzinerkresse, Sonnenbraut (‚Moerheim Beauty‘), Mädchenauge (C. verticillata), Lampionblume,  und Kampferkraut. Auch die erste Stockrose ist aufgegangen. In einem wie ich finde herrlich altmodischen Rosa. Bei einer zweiten kann man erkennen, dass sie in der selben Farbe blühen wird und eine dritte etwas dunkler. Die vierte scheint leider keine Knospen anzusetzen. Ich bin aber sehr verliebt, finde dass sie wunderbar in das Beet passen und werde sicher weitere Zuchtversuche unternehmen (gerade heute bin ich durch eine Strasse gefahren, in der einige in tollen Rottönen blühen und man bestimmt mal Samen mopsen kann…). In der Ecke beim Flieder hat sich eine Königskerze ausgesäht und fängt bald an zu blühen. Und demnächst kommen auch die Ringelblumen dazu (<3 ❤ <3). Es gibt außerdem viele Walderdbeeren zu naschen. Die sollten sich zwar gar nicht so ausbreiten aber da war ich nicht sehr konsequent ;-).

Insgesamt bin ich in dem Beet mit der Farbzusammenstellung sehr zufrieden. Vielleicht noch der ein oder andere rote, rosane  oder orangefarbene Tupfer fürs nächste Jahr. Schön wäre auch, die Blütezeitpunkte etwas besser über das Jahr zu verteilen. Aktuell kündigt sich nach dem vielen Regen jetzt das Problem von zu großer Trockenheit an. Einige werde ich sicher gießen, aber ich hoffe, dass es ein Teil der Pflanzen auch so schafft. Zur Zeit gibt es noch Wasservorrat in den Regentonnen, aber nicht für wirklich lange.

Tüften!!!

Es sind zwar nicht die größten und schönsten Kartoffeln geworden, aber es sind mehr als ich gesetzt habe – und es sind meine eigenen!
Insofern würde ich mal behaupten wollen, daß das ein erster Ernteerfolg ist!

Tüften

Memo an mich selbst für’s nächste Jahr: Kartoffelpflanzen am Anfang noch mehr anhäufeln (=mehr Kartoffelansätze) und die Pflanzen am Emde stärker gießen, damit sie nicht so früh gelb werden (größere Kartoffeln).

Tüften

Sam:
Na, was würde ich geben für ein paar Tüften!
Sméagol:
Was sind Tüften, mein Schatz? Was sind Tüften, hä?
Sam:
Kar-tof-feln. Man kocht sie, stampft sie, tut sie in die Suppe. Köstliche, brutzelnde, goldene Bratkartoffeln und ein Stück gebackener Fisch.
Sméagol:
(spuckt) Bäh!

Konkrete Trockenbereichsplanung

Nach einiger Recherche habe ich nun den konkreten Vorsatz gefasst, den hinteren Gartenbereich der Bodenbeschaffenheit entsprechend schön zu bepflanzen.

Noch mal zum Vergleich: der Garten vorne an der Terrasse:
Garten vorne

Und der Garten hinten beim Apfelbaum:
GT01-Bluehbericht

(Natürlich könnte ich versuchen, den trockenen und sandigen Boden mit Unmassen von Kompost und neuer Erde zu verbessern, aber dazu habe ich weder Geld noch Zeit.)

Also ran an die Pflanzen, die trockene und sandige Böden mögen, mehrjährig sind und auch den Winter gut überstehen. Gedacht hatte ich an: Katzenminze, Schafgarbe, Salbei, Tymian, Oregnano (der wächst da ja schon), Gräser, Wolfsmilch-Gewächse, Fackellilien, Zierlauch, Fetthenne, Bart-Iris, Wacholder als Bodendecker, schöne Disteln (wachsen da auch schon), sowie Tulpenzwiebeln und ähnliches fürs Frühjahr.

Bleibt nur noch die Frage, was zwischen die Pflanzen kommen soll, denn Lücken im Heidgarten werden ausdrücklich empfohlen, zumal ich ja auch an die Pflanzen rankommen will. Splitt und anderer Gesteinsmulch wäre da sicher nicht schlecht, zu Not tut es auch sicher erst mal ein einfacher Sand.

Hoffe, das gestaltet sich dann irgendwann mal richtig schön!

Ich kann auch rückblicken!

Mein Juni war geprägt vom Zupfen, Buddeln und Staunen.

Alles in allem ist der Juni ein Blühmonat gewesen, das könnt ihr hier blühwarm betrachen:

Die Clematis, die den Winter brav unter ihrem Stein überlebt hat, blüht seit Tagen in schönster Pracht:
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Genauso verhält es sich mit der zuerst im jahr gesähte Kapuzinerkresse. Während die anderen Kresseblättchen noch fleißig wachsen, hat diese hier schon leckere Blüten in den schönsten Orangetönen:
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Auch der Lavendel (große Topfpflanzen und kleine Einjährige) ist allesamt wohlauf und blüht wunderschön:
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Das gelbe Bodendeckerchen, dessen Namen ich trotz Namenschild immer wieder vergesse:
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Der Garten ist Anfangs des Monats voller Ackerglockenblumen gewesen, nach zwei Wochen sind noch ungefähr die Hälfte davon in voller Blüte:
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Beim Fruchtgemüse (was sind Schnecken? Ich hab hier echt keine!) wachsen fein:

Zucchini (mit Feuchthalte-Unterbewuchs):
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Tomaten:
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Kohlrabi (bißchen dicht)
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Im Fruchtgarten werden in Kürze geerntet:

Schwarze Johannisbeere (die habe ich als Wegwerfstracuh für einen Euro erstanden, und sie hat sich sooooo schön gemacht!):
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Stachelbeere (ist fast noch schöner geworden – immerhin hat die trotz Ausverkaus noch 5 Euro gekostet)
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Neu eingezogen ist eine prachtvolle Margarite:
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Um die Regentonne herum blüht es wild:
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Weiß jemand, was das ist? Eine Nachtkerze?
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Die Kartoffeln werden schon gelb…:
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Und noch etwas hübsches Gelbes…:
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Die Ackerbumenecke blüht nach und nach in allen Farben durch…
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Auch hier ist mir die Pflanze nicht bekannt (mit Zierpflanzen hab ich es ja gar nicht). Ich nenne sie „Rosa Puschel“:
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Wunderschön und absolut namensgerecht war die Saatenmischeng „Bienenweide“. Alles brummt und blüht hier wild durch- und nacheinander. Toll im Kräuterbeet unterzubringen. Drei Schnappschüsse mittenrein:

1…
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2…
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3…
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Der Oregano nebenan duftet herrlich und lockt auch Bienen an:
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Und vom Vogelfutter im Winter ist dieses Pflänzchen in die Ritzen zwischen Geländer und Kellertreppe geraten:
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Die Blaue Hilde Bohne wächst – aber irgendwie nicht nach OBEN???
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Auch der Zitronenbasilikum scheint die Sonne zu genießen:
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Alles in allem momentan mein Lieblingsmonat.

Der hintere Gartenteil ist zwar immer noch eine kleine Frustecke, weil die Beete ungeplant zugewuchert sind und alles was nicht Beet ist, einfach nur (Achtung Kraftwort) furztrocken ist. Da kann eigentlich wirklich nur Heidekraut-Teppich hin, irgendwas schnell wachsendes, was gegen das Johanniskraut und die Disteln ankommt. Nache nächstes Jahr. Meine familiären Gartenberater kommen im August. Mal schauen.

Heute habe ich auf dem Nachhauseweg Mohnsamenkapseln gesammelt, der soll ab sofort rund um die Regentonne und am Rande der Wiese wachsen. Jetzt muß ich googeln, wie man den aufbewahrt und am besten aussäht. Ich bin dann mal im Internet.

In diesem Sinne:
Mögen die Schnecken euch fern bleiben und Läuse nur beim fiesen Nachbarn hausen!

Monatsrückblick Juni

Junirück

Ein Superstart in den Monat und ein eher unbefriedigendes Ende :-(. Mit einer wunderbaren Sommergartenurlaubswoche fing der Juni an, in der zweiten Woche habe ich noch das ein oder andere erledigt bevor hier der Herbst mit Sturm und Regen einzog, brrr. Da mussten dann die Pflanzen ohne mich weitermachen und das haben sie auch getan. Die Tomaten haben das Auspflanzen sichtlich genossen und sind prächtig gewachsen. Alle Wetterunbillen konnten ihnen nichts anhaben. Leider ging mein Plan, im Januar vorziehen im Juli erneten nicht auf. Jetzt erst sind die ersten kleinen Fruchtansätze zu sehen. Aber immerhin kann das noch was werden.

In Puncto Gemüse sieht es bei Paprika und Bohnen eher traurig aus. Die Bohnen sind fein gewachsen aber leider wurden fast alle Blüten weggefressen, so dass ich zur Zeit gerade mal drei Bohnen habe, die ausgereift sind, *schnüff*. Ich habe da Ohrkneifer im Verdacht. Die haben mir letztes Jahr in 0,nix eine fette Lupine verputzt. Schmetterlinsblüten mögen die offenbar. Allerdings sollen sie ja auch gut gegen Blattläuse sein und von denen habe ich erstaunlich wenig auf dem Balkon (im Gegensatz zum Garten). Allerdings sind ausgerechnet meine Paprikapflanzen befallen. Und das auch noch von einer besonders fetten Sorte, bäh! Ich habe mal mit selbstangerührter Mixtur aus Wasser, Rapsöl, Schmierseife und Spiritus gespritzt. Die Blattläuse fanden es nicht witzig, aber ich glaube die Paprika auch nicht…

Erfreulich unkompliziert geht es im Steingartenbeet zu:

steingartenbeet

Zuerst hat das unbekannte Gewächs in dem alten Kirschbaumstumpf geblüht. Die Blüten erinnern mich an Kakteen oder lebende Steine und ich liebe sie sehr. Leider ist die Blütezeit nicht sehr lang. Meine Ma hat sie mal aus einem Park oder Garten in Schottland(!) gemopst ;-). Nach und nach gingen dann rundherum die Sedumgewächse auf. Vielleicht sollte ich noch ein paar Arten mit knalligen Pink- oder Rottönen suchen :-). Unten rechts zum Vergleich ein Bild aus dem Frühjahr.

Auch im Sommerblumenbeet ging es ein bisschen voran:

Sommerblumenbeet

Der Zaun hält die meisten Schnecken ab. Allerdings habe ich auch einige drinnen erwischt und sogar eine beobachtet, die sich durch die engen Maschen zwängte. Sehr erstaunlich wie dünn die sich machen können. Überlebt hat sie ihren Wagemut nicht… An der vorderen Rundung stehen einige kleine Dahlien. Nicht sehr wuchsfreudig, aber sie bekommen Knospen. Um den Sockel entwickelt sich die Kapuzinerkresse prächtg. Und das restliche struppige Grün sind die Saatgutmischungen und Tagetes. Ich weiss noch nicht wie, aber im nächsten Jahr mache ich die Bepflanzung anders.

Das zweite Projekt, was fortgeschritten ist, ist die wüste Ecke:

Schattenbeet

Links oben der Urzustand. Mit Hilfe der Kräuterhexenmama gings an einem Nachmittag ans Roden und Rupfen, Sägen und Schneiden. In meiner Vorstellung kann das mal eine sehr schöne Ecke werden. Aber davor ist noch viel Arbeit. Immerhin soll das Wetter mal wieder etwas motivierender werden. Da könnte ja noch das ein oder andere passieren.