Von Plänen und Samen

Ich erwähnte ja schon, dass neue Ideen bei mir immer spontan entstehen. Selten nur setzte ich mich hin, mit dem Ziel einen konkreten Plan zu erstellen. Für mein neues EifelVorhaben wurde ich durch oder vielmehr in der Eifel inspiriert. Um der Sommerhitze in der Stadt zu entgehen, hatte ich mich vor kurzem mit einer Freundin zu einer Waldwanderung in der Nähe von Bad Münstereifel verabredet. Außer wunderschönem, schattigem Buchenwald fanden wir an lichteren Stellen am Wegrand üppig wachsenden und blühenden Distelbewuchs. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn es dort nicht eine unglaubliche Fülle von Schmetterlingen und diverser anderer

schmetterlinge

nektarsuchender Insekten gegeben hätte. So etwas habe ich lange nicht gesehen! Abgesehen davon, dass es wunderschön war, kam sofort der Gedanke ‚Will ich auch im Garten haben!‘ 😉 und schwupps war ein Tütchen mit Samen im Rucksack… Für meine Erweiterung des Steingartenbeetes hatte ich schon seit einiger Zeit überlegt, was ich außer durchgewachsenem Rasen noch machen könnte. Im Garten gibt es einige Ableger einer wilden Himbeerrute und einen Ilexsämling, was mir beides passend schien. Vielleicht noch kombiniert mit einer Wildrose? Dazu finde ich die Disteln genau richtig. Alles stachelig :-).

Zu Hause stellte sich leider heraus, dass die Ausbeute an gesammelten Samen hauptsächlich aus Blütenpuscheln bestand. Deshalb habe ich kurzerhand im Internet bestellt. Das hat auch den Vorteil, dass ich jetzt insgesamt drei unterschiedliche Sorten habe: Silberdistel, Blaue Edeldistel und Große Wolldistel. Von einem Kollegen bekam ich unlängst Küchenschellensamen – die werde ich auch versuchen dort anzusiedeln. Natürlich eher am Rand des Beetes.

samen

Beim Bestellen der Distelsamen, habe ich gleich auch noch geschaut, was sich für das neue Schattenbeet und für die vertrocknete Blaue Rabatte eignen würde. Für den Schattigen Standort hatte ich gedanklich schon Gräser, Farne und einige Blütenstauden vorgesehen. Als Samen habe ich nun Schnee-Hainsimse, Gelbe Waldhirse (Var. ‚Aureum‘), Breitblättrige Glockenblume und Wald-Geissbart. Weitere Pflanzen werde ich im Herbst noch kaufen oder aus vorhandenen vermehren.

Für die Blaue Rabatte habe ich auch einiges erstanden: Blaukissen, Schleiherkraut, Staudenlein, Glanz-Skabiose und ein Perlgras. Ich hatte noch so einiges andere auf der Auswahlliste, aber irgendwann musste ich mich bremsen. Ich bin eigentlich kein begeisterter ‚Samengärtner‘ und einige dieser Pflanzen sind nicht ganz einfach aus Samen zu ziehen, aber es ist viel viel preiswerter und ich setze jetzt einfach auf meine grünen Daumen :-).

So, und nun gehe ich in den Garten und ernte fürs Abendessen die ersten Tomaten der Saison – *tadaa*!

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Sommer vorm Balkon

Meine Wohnung ist klein und eng. Aber das ist auch eigentlich schon der einzige Nachteil. Ich habe einen Balkon der nach West-Südwest geht und im dritten Stock liegt. Das bedeutet, dass ich viel Himmel sehen und abends lange das Schwinden des Tageslichts mit seinem wechselnden Farbspektrum beobachten kann. Im Juli gab es am Abend regelmäßig ein Amselkonzert vom Birkenpodium aus. Sehr entspannend am Ende eines Tages.

Amselkonzert

An einem Abend Mitte Juni, nach einem komplett verregneten Tag, ging gegen 22h auf einmal die Wolkendecke für eine halbe Stunde auf und die untergehende Sonne tauchte alles in ein sehr surreales Licht:

Himmel 2

Himmel 1

Manchmal sind es aber einfach auch nur ein paar kleine Schönwetterwattebäusche, die über den Himmel ziehen und gute Laune machen.

Sommerwolken 1

Dann wieder gab es Wolkentürme mit Hintergrundbeleuchtung, die nahende oder abziehende Gewitter ahnen lassen.

Sommerwolken 2

In welcher Form auch immer – mit Wolken dran, ist der Himmel nochmal so schön und ich kann mich nie satt sehen.

Monatsrückblick Juli

monatsrück juli

Oder auch:

SommerMit einem Wort: Sommer. Heiß, heißer, puuhh… (Achtung! Das Thermometer zeigt die Temperatur im Schatten. Nachdem die Sonne rumkam stiegen die Werte auf nahezu 50°…) Vielleicht fehlt mir aufgrund meiner norddeutschen Abstammung irgendein Resistenzgen, aber bei Temperaturen über 25° verändert sich mein Aggregatzustand in lethargisch-genervt ;-). Da helfen nur noch kalte Fußbäder im abgedunkelten Zimmer, viiiel Eis und da selbst warmes Essen zu anstrengend wird, Nudeln mit kalter Tomatensoße.

Gartenarbeiten in diesem Monat beschränkten sich auf gelegentliches Rasenmähen, wässern, Unkraut entfernen und einige Gartencenterschnäppchen einpflanzen. Der Anblick der Beete ist entspblaues beetrechend traurig.

Das ‚Blaue Beet‘ – trocken und kahl. Hier müssen nächstes Jahr Pflanzen hin, die mehr Trockenheitsresistenz besitzen. Meine Vorstellung von der englischen Rabatte lässt sich so nicht verwirklichen. Das habe ich jetzt nach zwei Jahren begriffen.

bauerngartenbeetDas Bauerngartenbeet – struppig und unordentlich. Alles hängt durch- einander. Fazit: ohne Anbinden gehts irgdenwie nicht. Hier speichert der Boden das Wasser aber besser, so dass viele Pflanzen trotz des heißen Wetters ganz gut gedeihen. Inzwischen kann man auch erkennen, dass es tatsächlich noch vor Weihnachten Tomaten geben wird:

tomaten

blütenfülle

Und auch wenn der Gesamteindruck zu wünschen übrig lässt, es gibt viele schöne Blüten!

Fruchtgemüsestatus

Hier im Norden zeigt die ordentliche Sonneneinstrahlung schon Wirkung!

Die Zucchini wuchern und blühen:
GTZucchini

Die ersten Tomaten werden rot!
GTTomaten

Und die Stachelbeerenernte ist nicht zu verachten (ein Viertel hängt noch zum Nachreifen am Strauch):
GTStachelbeeren

Nur der hintere Gartenteil schaut einfach untröstlich aus. 😦
Die Wüste Gobi. Aber da mache ich auch nix mehr dran, da brauche ich ein Schwimmbad zur Bewässerung… von Disteln.